Tatsächlich mein kleines “Wild-Highlight” in unserer Wild-Reihe hier.

Das Wildschwein war in meinem Leben das erste Tier, dass noch als komplettes Tier und mit Fell vor mir hing. Erschossen und bereit zum Vorbereiten für den baldigen Verzehr. Ganz komisch irgendwie. Aber dennoch ganz normal – und das sollte es auch sein, zumindest wenn man Fleisch isst.

Als ich dabei half es aus dem Kühlraum zu tragen fiel mir erst einmal auf wie riesig und schwer diese Tiere doch sind. Da ich auf dem Dorf aufgewachsen bin war das zwar nicht das erste Mal, dass ich ein Wildschwein gesehen habe, aber so direkt vor mir hatte ich tatsächlich noch nie eines. Und angefasst habe ich auch noch keines. Würde ich mich auch nicht trauen.
Tja und dann kam ganz spontan der Tag der Tage an dem dies alles passierte. Nur was das Tier eben nicht mehr lebendig.
Ja ich gebe zu, so ein großes, totes Tier vor sich zu haben ist vielleicht erst mal nicht so angenehm, aber für mich persönlich war es auch nicht schlimm. Es war eine tolle Erfahrung den ganzen Vorgang mal mitzuerleben und meiner Meinung nach sollte das auch jeder mal gesehen haben, wenn er die Möglichkeit dazu hat.

Das Tier wird in Jägersprache “aus der Decke geschlagen“. So nennt man den Vorgang, wenn das Fell abgezogen wird. Nachdem das Tier erlegt und ausgenommen wurde, zieht man eben das Fell ab, was gar nicht mal so einfach ist wenn man keine Erfahrung hat, danach zerlegt man das Tier in seine Einzelteile und kann es verarbeiten.

Wildschweine sind Allesfresser, aufgrund dessen kann es es vorkommen, dass sie sich Krankheiten oder Parasiten einfangen. Der Jäger ist deshalb verpflichtet das Tier einer Fleischuntersuchung zu unterziehen. Das Wildschwein wird dort auf die sogenannten Trichinen untersucht. Trichinen sind winzige Fadenwürmer die sich im Muskelgewebe befinden und sich durch das Verzehren von rohem Fleisch auch bei uns Menschen einnisten können. Im schlimmsten Fall führt dies zum Tod.

Wie auch beim Reh habe ich das Filet geschenkt bekommen. Die Filets sind bekanntlich immer die besten Stücke, jedoch kann man nicht großartig viel daraus machen, außer es eben zu braten. Da ich es dann eben recht zeitnah verarbeiten wollte kramte ich alles was sonst noch so im Kühlschrank zu finden war zusammen. Heraus kam ein leckeres Sonntagsessen mit dem besten Wildschwein was ich bisher hatte.

Viel Spaß und lasst es euch schmecken!

ZUTATEN

Für 2 Personen

1 Wildschweinfilet

5 Scheiben Bacon

4 trockene Brezeln

2 Eier

250ml Milch

1 Zwiebel

Salz, Pfeffer, Petersilie

1 gewürfelter Apfel

Zucker, Senf, Essig, Chili, Zimt, Cayenne, getrocknete Kräuter

      ZUBEREITUNG

  1. Die Brezel in kleine Stücke schneiden. Die Zwiebel in Würfel schneiden und in einer Pfanne anschwitzen. Dann gemeinsam mit den Eiern, Salz, Pfeffer und gehackter Petersilie zu den Brezeln geben und gut vermengen. Die Milch einmal aufkochen lassen und ebenfalls dazugeben, nochmals vermengen und für etwa 20 Minuten ziehen lassen. Zwischendurch immer wieder durchkneten.
  2. Währenddessen in einem Topf Zucker karamellisieren, mit etwas Wasser, Weißwein oder Apfelsaft ablöschen. Den gewürfelten Apfel hinzugeben. Einen Teelöffel Senf, zwei Teeflöffel Essig, etwas Chili, Cayenne, Zimt und Kräuter hinzugeben. Einkochen lassen.
  3. Das Filet salzen und von beiden Seiten scharf anbraten. Mit dem Bacon umwickeln, nochmals kurz anbraten. Dann bei 120 Grad Umluft etwa 15 Minuten im Ofen weitergaren, alternativ mit einem Kernfühler bis 60-62 Grad garen. Danach 5 Minuten ruhen lassen.
  4. Wasser in einem Topf zum Kochen bringen, Salz hinzugeben. Die Knödelmasse zu kleinen Kugeln formen und in siedendem Wasser etwa 7 Minuten gar ziehen lassen.

 

Guten Appetit!